Dienstag, 25. Januar 2011

Arbeiter lassen Motorsägen knattern


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Weg mit dem dichten Holz: Am Brändbach und auf dem Ottilienberg haben Bauhofmitarbeiter zur Motorsäge gegriffen. Fotos: Klitzsch Foto: Schwarzwälder-Bote
Von Michael Klitzsch Bräunlingen. Wenn der Boden schön hart gefroren ist und kein Laub an den Zweigen hängt, dann lässt sich’s bestens Bäume fällen. Genau das haben Arbeiter des Bräunlinger Bauhofs in den vergangen Tagen getan – und damit auch eine der wichtigsten Maßnahmen des laufenden Jahres in Bräunlingen vorbereitet. "Ja, was haben sie denn da alles gemacht?" Eine ältere Dame steht auf der Stadthallenbrücke und blickt gen Weinstubenbrücke über den Brändbach – und sein seit wenigen Tagen freigelegtes Ufer. "Wir pflanzen da wieder was", beruhigt Bauhof-Koordinator Alexander Misok die Bräunlingerin. "Das ist nur für die Maßnahme."
Die Maßnahme ist die wahrscheinlich größte Herausforderung, die sich die Stadt für dieses Jahr vorgenommen hat. Im rund 350 Meter langen Uferbereich zwischen Weinstuben- und Stadthallenbrücke soll der inzwischen dritte Abschnitt der Hochwasserschutzmaßnahmen am Brändbach umgesetzt werden. Unter anderem wird dabei das Flussbett etwas verlegt und das angrenzende Stadtgebiet mit Erdwällen und Schutzmauern besser vor potenziellen Wassermassen abgeschirmt. Kostenpunkt der Maßnahme: Rund 1,08 Millionen Euro. 60 Prozent der Kosten übernimmt das Land. Die Maßnahme werde rund fünf Monaten dauern, berichtet Bauamtsleiter Rüdiger Münzer im Gespräch mit unserer Zeitung. Mitte April wolle man starten – "wenn denn das Wetter mitspielt."
Für die Vorbereitungen hat das Wetter schon mal mitgespielt. Denn die eisigen Temperaturen sind Holzfällern gerade recht: Weder Laub, noch Nester in den Wipfeln oder Matsch auf dem Boden kommt den Arbeitern jetzt in die Quere. In der vergangenen Woche hat der Bauhof das Ufer des Brändbachs daher relativ problemlos von einer Reihe von Haselnusssträuchern, Espen und Weiden befreit – nun kann die Maßnahme im Frühjahr beginnen.
Auch an anderer Stelle in Bräunlingen haben die Bauhofmitarbeiter in den vergangenen Tagen mehrfach zur Motorsäge gegriffen. Das dichte Blätterdach auf dem Ottilienberg – mit der Kneippanlage eigentlich als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung gedacht – ist ordentlich gelichtet worden. Circa 120 Bäume, rund ein Drittel des Bestands, mussten weichen. In der Bevölkerung sei der somit eingeläutete Wandel weg vom dichten Wald hin zur freundlicheren Parkanlage auf überwiegend positive Reaktionen gestoßen, berichtet Bauhof-Koordinator Misok: "Viele haben uns gesagt: ›Das war überfällig.‹"

Montag, 24. Januar 2011

Talsperrenverwaltung lässt wieder Bäume auf Leipzigs Deichen fällen

Matthias Puppe
Baumrodung am Leutzscher Deich. Foto: Regina KatzerBaumrodung am Leutzscher Deich.Leipzig. Auf den Leipziger Deichen sollen in den kommenden Tagen erneut Bäume entfernt werden. Wie es in einer Mitteilung der Landestalsperrenverwaltung vom Montagvormittag heißt, kommt die Motorsäge an den Stellen der etwa 60 Kilometer langen Hochwasserschutzanlagen zum Einsatz, wo bei einem Versagen eine Gefährdung für die Bevölkerung bestehe. „Damit bereiten wir uns schon jetzt auf ein kommendes Hochwasser in Leipzig vor. Wir wollen so die gefährdeten Leipziger Stadtteile besser vor Hochwasser schützen“, wird der Geschäftsführer der Landestalsperrenverwaltung, Dr. Hans-Ulrich Sieber, im Schreiben zitiert.
Die Talsperrenverwaltung reagiere mit den angekündigten Arbeiten auf das inzwischen wieder etwas zurückgegangene Hochwasser am Anfang des Jahres, bei dem einzelne Schwachstellen an den Deichen provisorisch und unter teilweise erheblichem Personal- und Materialaufwand gesichert werden mussten. „Wie sich in den letzten Tagen gezeigt hat, kann im Wurzelbereich von Bäumen verstärkt Sickerwasser durch den Deich strömen“, heißt es weiter aus der Landestalsperrenverwaltung. Umstürzende Bäume können nach Meinung der Experten mit ihren Wurzelballen große Krater in den Deich reißen. Damit gehe die Standsicherheit der Deiche verloren.

Mittwoch, 19. Januar 2011

Nach Schneebruch lauern extreme Gefahren bei der Holzaufarbeitung im Forst



Gefahren bei der Holzaufarbeitung
Gefahren bei der Holzaufarbeitung
Nach dem Abschmelzen der Schneemassen in den oberbayerischen und fränkischen Wäldern stehen die Waldbesitzer nun vor der sehr gefährlichen Aufgabe, umgerissene und  abgebrochene Bäume sicher aufzuarbeiten. Besonders unter Spannung stehendes Holz darf nur von Profis, die über ausreichend Wissen, Erfahrung und das passende Arbeitsgerät verfügen, aufgearbeitet werden. Wer sich diesen Gefahren nicht aussetzen möchte, dem empfiehlt die Land- und forstwirtschaftliche Berufsgenossenschaft (LBG) Franken und Oberbayern, diese Tätigkeiten an forstwirtschaftliche Dienstleister zu vergeben.
Eine Analyse der Schwerstunfälle und Unfälle mit Todesfolge bei der Waldarbeit ergibt, dass diese meistens mit einfachsten Mitteln zu vermeiden gewesen wären. Mangelnde Kenntnisse der richtigen Fälltechnik, Nichteinhalten von Sicherheitsabständen, Leichtsinn, Unkonzentriertheit und Selbstüberschätzung sind die Hauptgründe für diese Schicksale.

Grundregeln für sichere Waldarbeit beherzigen

Die LBG rät ihren Versicherten daher dringend, nur dann zur Arbeit in den Wald zu gehen, wenn sie wirklich körperlich fit und gut geschult sind. Dass bei dieser gefährlichen Arbeit die notwendige persönliche Schutzausrüstung wie Schnittschutzhose, Helm mit Gesichts- und Gehörschutz, Sicherheitsschuhe bzw. –stiefel mit Schnittschutzeinlage sowie Handschuhe zu benutzen ist, versteht sich von selbst. Halten Sie sich unbedingt an die geltenden Unfallverhütungsvorschriften, wie zum Beispiel die Einhaltung des Sicherheitsabstandes (doppelte Baumlänge in jede Richtung um den zu fällenden Baum herum). Gerade wenn Sie zu zweit oder dritt arbeiten, muss sichergestellt sein, dass sich niemand während des Fällvorgangs im Gefahrenbereich aufhält! Arbeiten Sie nur mit einwandfreien Maschinen und Geräten, die über funktionierende Schutzeinrichtungen verfügen. Nutzen Sie vor allem das flächendeckende Angebot an Motorsägenführerlehrgängen und erwerben Sie sich das notwendige Know-how! Dort lernen Sie verschiedene Schnitttechniken, die vor allem benötigt werden, wenn Sie unter Spannung stehendes Holz sägen müssen oder aber Hänger fachgerecht zu Fall bringen sollen.

Aufarbeitung von Schneebruch

Müssen gebrochene oder entwurzelte Bäume mit der Motorsäge aufgearbeitet werden, so sollte diese Arbeit  wirklich nur von Profis ausgeführt werden. Die Gefahren beim Aufarbeiten sind nämlich um ein Vielfaches höher als bei ‚normalen’ Fällarbeiten. Zur Aufarbeitung müssen geeignete Greif- und Zugmittel, wie zum Beispiel eine Seilwinde mit vor Ort sein.

Vorsicht – Bäume unter Spannung!

Größte Gefahr besteht beim Abtrennen der Wurzelteller von unter Spannung liegenden Bäumen. Hier ist zunächst der Wurzelteller mittels Seilwinde zu sichern oder ein ausreichend langes Sicherungsstück zu belassen; dann sind die Spannungsverhältnisse zu ermitteln, ein sicherer Standplatz einzunehmen und mit der geeigneten Schnitttechnik der Trennschnitt zu führen. Sofern möglich sollte der gespannte Stamm zum Beispiel mit einer Seilwinde fixiert werden, um die Spannung abzufangen. Bei hängen gebliebenen Bäumen müssen diese zunächst vom Wurzelteller getrennt und anschließend mit der Seilwinde abgezogen werden. Auch hier gilt es die Druck- und Zugverhältnisse vor dem Trennschnitt gut zu beurteilen. Bei Bäumen, deren Wipfel gebrochen sind und noch am stehenden Stamm hängen, sind die Wipfel vor der Fällung mit der Seilwinde abzuziehen. Beim Fällen gebogener Bäume besteht immer die Gefahr, dass der Stamm aufplatzt und schlagartig den Motorsägenführer trifft. Vor dem Fällschnitt sind daher die Rückweichen besonders gründlich anzulegen und frei zu räumen. Zusätzlich ist eine geeignete Schnitttechnik (zum Beispiel Haltebandtechnik) anzuwenden, um das Unfallrisiko zu minimieren.
Liegende Stämme, die unter Spannung stehen, dürfen nur mit der richtigen Schnitttechnik eingeschnitten werden! Druckseite und Zugseite unbedingt beachten! Bei Seitenspannung immer auf der Druckseite des Holzes stehen. Droht der Stamm aufzuplatzen oder aufzureißen, dann empfiehlt sich beim Trennschnitt die Halteband-Technik. Sorgen Sie dafür, dass Sie im Notfall eine Erste-Hilfe-Ausrüstung in Griffweite haben. Und stellen Sie sicher, dass die Zufahrtswege zu dem Waldstück, in dem Sie arbeiten, frei zugänglich sind, damit im Falle eines Unfalls die Rettungswägen durchkommen. Arbeiten Sie nie alleine beziehungsweise halten Sie geeignete Notrufsysteme vor. Informieren Sie im Unglücksfall am besten zusätzlich noch Feuerwehr oder Bergwacht, um eine schnelle Rettung sicherzustellen. Einmal mehr gilt: Maschineneinsatz geht vor der motormanuellen Aufarbeitung! Das ist nicht nur wirtschaftlicher, sondern vor allem auch sicherer. Beauftragen Sie Forstprofis mit dieser gefährlichen Tätigkeit – diese verfügen über geeignete Maschinen wie Harvester, Seilwinden und die nötige Routine und Erfahrung. Eine Liste finden Sie in unserer Datenbank forstwirtschaftliche Dienstleister unter www.fob.lsv.de

Beratung und Informationsmaterial bei ihrer LBG

Die LBG Franken und Oberbayern bietet interessierten Waldbesitzern auch gerne eine Beratung vor Ort an. Interessenten können sich beim Dienstleistungszentrum Prävention der LBG Franken und Oberbayern melden unter den Rufnummern: 0921/603 -345 (für Ober- und Mittelfranken), 089/45480 -500 (für Oberbayern) und 0931/8004 -225 (für Unterfranken). Unter diesen Nummern kann auch umfangreiches Informationsmaterial zur sicheren Waldarbeit und zur sicheren Sturmholzaufarbeitung angefordert werden. Weiterführende Informationen finden sie auch im Internet der LSV-Träger Franken und Oberbayern unter www.fob.lsv.de

Dienstag, 18. Januar 2011

Eichen machen dem Stadtförster Sorgen


Baumschäden breiten sich aus — Ursachen unklar

FÜRTH - Hochbetrieb herrscht derzeit im Stadtwald. Motorsägen geben den Ton an. Die Vegetationspause wird genutzt, um den Baumbestand durch gezielten Einschlag zu verjüngen. Fürths grüne Lunge ist nach Ansicht von Stadtförster Martin Straußberger insgesamt in einem guten Zustand. Probleme machten eigentlich nur die Eichen.
Die Motorsäge gibt derzeit auch im Fürther Stadtwald den Ton an.
Die Motorsäge gibt derzeit auch im Fürther Stadtwald den Ton an.
Foto: dpa
Neben dem Prozessionsspinner setzt laut Straußberger in letzter Zeit auch der Mehltau den Laubbäumen zu. Er lässt ihre Blätter verschrumpeln, so dass sie ihre Funktion nicht mehr richtig erfüllen können. „Obwohl der letzte Sommer eigentlich feucht genug war, konnten die Eichen nicht genug Nährstoffe bilden“, erläutert der Stadtförster. Die Bäume reagieren auf die Mangelsituation, indem sie Äste abstoßen. Deutlich zu erkennen ist diese Selbstverstümmelung nach Straußbergers Worten, weil die abgeworfenen Äste keine Bruchstellen aufweisen, sondern Verdickungen, die eigens zum Abstoßen produziert worden sind.

„Elefantenfüße“ heißen die Knubbel im Fachjargon. Auch Pilzbefall im Wurzelbereich könnte nach den Vermutungen des Stadtförsters die Unterversorgung hervorgerufen haben. Auffällig sei, dass der Pilz gerade auf guten Böden angreife. Straußberger vermutet, dass ein Zusammenwirken verschiedener Umweltfaktoren die Bäume so sehr strapaziert. Der Förster klagt: „Es gibt bei uns kaum noch vital gesunde alte Eichen.“

Viele Kiefern

Im Stadtwald ist diese Baumart freilich eindeutig in der Minderheit. Rund 80 Prozent des Baumbestandes nimmt die Kiefer ein. An vielen Stellen im Wald werden derzeit alte Kiefern gefällt, damit junge Bäume nachwachsen können. Beim Aufforsten wird der Umbau zum Mischwald weiter vorangetrieben. Ein Schwerpunkt liegt heuer im Norden von Weiherhof. Eiche, Ahorn, Buche und Douglasie sorgen hier neben Kiefern und Fichten für Vielfalt.

Für Nutzholz erzielt die Stadtförsterei derzeit hervorragende Preise. Rund 3000 Festmeter Holz werden jährlich in der Vegetationspause zwischen September und März geschlagen. 25 Prozent davon ist Brennholz, für das allerdings nur ein geringer Erlös möglich ist. Neben den Mitarbeitern der Stadtförsterei sind derzeit auch Kräfte des staatlichen Forstamtes im Fürther Waldgebiet am Werk. Haushoch türmen sich mittlerweile die zum Abtransport aufeinandergeschlichteten Baumstämme an den Wegrändern. 

In Mittelschwaben wachsen die höchsten Fichten Europas

Mindelzell „Der Wald gewinnt wieder an Bedeutung.“ Diese Aussage der Experten bezieht sich sowohl auf den Forst als Immobilie wie auch auf den gegenwärtigen Holzpreis, der momentan für Fichtenstämme knapp unter 100 Euro für den Festmeter liegt. Für die immer mehr in Mode kommenden Fixlinge (auf vier oder fünf Meter Länge abgesägte Bäume) werden rund 95 Euro bezahlt. Leicht steigend im Preis sind die zwei Meter langen Fichtenroller für Papierfabriken, die momentan 36 Euro pro Ster erlösen.
Mit dieser zufriedenstellenden Erkenntnis gingen rund 80 Waldbesitzer aus Mindelzell und Umgebung nach Hause; alles Teilnehmer an der zum fünften Mal stattfindenden Waldtagung. Diese hatte damit einen bisher nicht erreichten Besucherrekord, von dem die Vertreter des Krumbacher Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wie auch der Forstbetriebsgemeinschaft Günzburg-Krumbach sichtlich überrascht waren. Beide Institutionen hatten zusammen mit der Mindelzeller Ortsbäuerin Anita Schlögel gute Vorarbeit geleistet.
Im Privatwald südwestlich der Gemeinde stand der heimische Forstunternehmer Josef Laubheimer mit seinem „Prozessor“, um moderne Holzernte zu praktizieren. Abteilungsleiter Michael Schmidt gab zu verstehen, dass sich das Krumbacher Amt als „Hilfs- und Informationsstelle für alle Waldbauern“ verstehe. Allerdings: „Wir können nur helfen und beraten. Was der Einzelne dann aus seinem Wald macht, muss er selbst entscheiden.“ Revierleiter Hubert Forstner von der Forstdienststelle Ziemetshausen und damit zuständig für den Privatwald in Mindelzell, vertrat die Meinung, dass in absehbarer Zeit die Motorsäge im Wald nur noch eine untergeordnete Rolle spiele. Sie werde von den Prozessoren abgelöst, zumindest bei der Fällung alter Fichten auf ebenem Gelände.
Interessant auch, dass heute von den Sägereien Fixlinge oft besser bezahlt werden wie die früheren bis zu 20 Meter langen Stämme. Der Grund für Forstner: „Fichten werden in der Regel in schmale Brettchen gesägt, getrocknet und dann zu Leimbindern verarbeitet, die im Industrie- oder Hallenbau Verwendung finden.“ Gerade in diesem Bereich sei das Holz inzwischen eine echte Alternative zu Stahl und Beton. Buche und Eiche dagegen seien als Wertholz gefragt; die Stämme will der Käufer „lang, dick und gerade“. Zweiter Schwerpunkt der Waldtagung war die Aufklärung über das richtige Durchforsten in Wäldern aller Altersstufen. Ein besonderes Auge sollten die Forstbesitzer auf „gesunde, gerade und eine schöne Krone“ aufweisende Fichten legen. Sie benötigen einen entsprechenden Freiraum und bilden dann stabile Stämme, die einen großen Zuwachs garantieren. Apropos Wachstum: Die Frage, wie viel Zuwachs in einem Jahr pro Hektar in einem Fichtenbestand zu erwarten sei, wurde von den Mindelzellern mit etwa vier Festmeter angegeben. Die Antwort Forstners erstaunte: „In Mittelschwaben sind es rund 16 Festmeter.“ Wundern darf dies nicht, denn: „Der Waldbereich zwischen Zusmarshausen bis südlich Krumbach ist bei Fichten in Deutschland absolute Spitze und in Europa einer der Besten.“
Zur Sprache kamen im Verlauf des Nachmittags, der mit einer forstlich interessanten Kaffeerunde im Gasthaus Ertle endete, außerdem Ratschläge, Maßnahmen und Ursachen von und bei Schneedruck, Windbruch und Borkenkäferplage (er war vor wenigen Jahrzehnten in unserem Raum noch unbekannt), aber auch der Wegebau, die Anlegung von Holzlagerplätzen und die Erfordernisse für eine Waldbereinigung oder Zusammenlegung einzelner Forstgrundstücke. Hierfür gebe das Forstamt Hilfe und Rat, doch sei die Freiwilligkeit wichtigste Voraussetzung für den Auftakt entsprechender Gespräche.

Quelle: http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Lokales/Krumbach/Lokalnachrichten/Artikel,-In-Mittelschwaben-wachsen-die-hoechsten-Fichten-Europas-_arid,2345724_regid,2_puid,2_pageid,4499.html

Das Aufräumen steht noch bevor


Oberes Vogtland - Das Aufräumen steht noch bevor

Winter hat Spuren in Wäldern hinterlassen - Forstamt Adorf rechnet mit 40.000 Festmetern Bruchholz

Auch die Straße zwischen Kottenheide und Zwota führt derzeit durch eine Vielzahl von Bäumen, die unter der Schneelast umgebrochen waren und nach dem Freischneiden der Straße aufgearbeitet werden müssen. Das große Aufräumen in den Wäldern des oberen Vogtlandes steht den Forstleuten noch bevor.
Foto: Harald Sulski
Schöneck. Mit Dutzenden umgebrochener oder entwurzelter Bäume bieten derzeit ganze Waldgebiete im oberen Vogtland einen verheerenden Anblick.
"Nach den ersten Schätzungen rechnen wir mit mindestens 40.000 Festmetern Schneebruch", erklärte Hansi Lerche, die Chefin des Forstamtes Adorf, gegenüber "Freie Presse". Das ist nach ihren Worten rund ein Drittel der für das gesamte Jahr 2011 geplanten Einschlagmenge.
"Einen endgültigen Überblick über die Schadensmenge hoffen wir bis zum Wochenende zu bekommen. Erst durch das Tauwetter der vergangenen Tage ist es den Revierförstern möglich, sich einen genauen Überblick zu verschaffen. Sie müssen dazu ja zu Fuß raus in den Wald. Unterstützung erhalten die Revierförster bei der Erfassung der Schadholzmenge von Forstarbeitern."
Besonders betroffen durch den Schneebruch sind die Wälder in den Höhenlagen zwischen 700 und 800 Metern über dem Meeresspiegel. Den Schwerpunkt stellt dabei das Gebiet zwischen Muldenberg, Klingenthal und Zwota dar. Die Kammloipe zwischen Schöneck und dem Schneidersberg hatte wegen umgebrochener Bäume und der damit verbundenen Gefahren für mehrere Tage gesperrt werden müssen, ebenso die Loipen am Hohen Brand.
"Von den bislang geschätzten 40.000 Festmetern Bruchholz entfallen allein mehr als 20.000 Festmeter auf das Revier Zwota", machte Hansi Lerche die Größenordnung deutlich.
Wann mit dem Aufarbeiten des Schneebruchs begonnen werden kann, lässt sich derzeit noch nicht abschätzten. "Das hängt vom weiteren Witterungsverlauf ab", machte die Forstamtsleiterin deutlich. Teilweise liegt das Holz noch unter den Schneemassen begraben. "In der derzeitigen Situation ist selbst der Einsatz von Maschinen wie dem Harvester ein Problem. Und es gibt immer noch Gebiete, wo die Waldarbeiter, wenn sie mit der Motorsäge arbeiten wollten, bis zum Bauch im Schnee stehen würden."
Im oberen Vogtland hatten im Dezember wegen umgebrochener Bäume die wichtigen Straßen zwischen Zwota und Kottenheide sowie die Kärrnerstraße zwischen der Gopplasgrüner Höhe und Schöneck mehrfach gesperrt werden müssen. Dort sind durch umgebrochene Bäume auch zahlreiche Leitplanken beschädigt worden, die nach dem Winter ausgewechselt werden müssen.
Nach den Worten von Hansi Lerche soll in den nächsten Tagen bei Beratungen mit dem Landratsamt und dem Straßenbauamt geklärt werden, welche Ausschnittarbeiten entlang der Straßenrändern noch erfolgen müssen. Dazu bedarf es der Abstimmung mit den privaten und kommunalen Waldeigentümer. Hansi Lerche: "Es ist auf jeden Fall damit zu rechnen, dass es im Zuge dieser Arbeiten noch einmal zu Straßensperrungen kommt".
Von Thorald Meisel

Montag, 17. Januar 2011

Bäume fällen wie anno dazumal


Wallisellen: Urs Wegmann zeigt am Handholzerkurs, wie man Bäume mit reiner Muskelkraft fällen und zerlegen kann. Die Teilnehmer lernen im Hardwald mit Axt und Handsäge umzugehen, aber auch die wichtigsten Sicherheitsregeln einzuhalten. lara Surber
Unter steter Bewegung, mit wachem Auge und mit den Tipps des Profis lässt sich jeder noch so dicke Baum fällen. Bilder: Leo Wyden
Vier Forstliebhaber besammeln sich am Wochenende im Hardwald bei Wallisellen. Sie wollen lernen, wie man Bäume ohne moderne Hilfsmittel fällen kann. Nach einer Theoriestunde geht es los: Zuerst zeigt Kursleiter Urs Wegmann den richtigen Umgang mit der Axt. Schliesslich fällen die vier Teilnehmer gemeinsam den ersten Baum. Während Marion Wegmann und Urs Dorizzi den Stamm der Rottanne mit der Handsäge bearbeiten, sperrt Max Brunner den nahen Waldweg ab. Der «Umkreis der doppelten Baumlänge» müsse gesichert werden, erklärt Urs Wegmann. Die zu fällende Rottanne ist rund 25 Meter hoch.
Der Kursleiter schlägt einen Keil in den Spalt, den die Handsäge hinterlässt. Erst langsam, dann schneller und krachend fällt der Baum auf den Waldboden. Nun bereiten die Kursteilnehmer die rund 70 Jahre alte Tanne für die Weiterverarbeitung vor. Mit der Axt werden die Äste des Baumes entfernt. Dann können sich die Teilnehmer in Zweierteams weitere Bäume zum Fällen aussuchen.

Besseres Gefühl ohne Technik

Urs Wegmann absolvierte eine Lehre als Forstwart. Nach seinem Abschluss wechselte er aufgrund mangelnder Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt den Beruf. «Ich habe den Wald vom ersten Tag an vermisst», beteuert er. In seiner Freizeit nahm er an einem Handholzerkurs teil, weil ihn immer schon alles interessiert habe, was ohne moderne Hilfsmittel gemacht wird. Vor fünf Jahren hat er schliesslich den ersten Kurs selbst angeboten. Mittlerweile leitet Urs Wegmann die Greifensee-Ranger. Die Handholzereikurse sind sein Nebenerwerb. Zwischen einem und drei Kurse organisiert er pro Jahr. Bis zu acht Personen können daran teilnehmen. Viele der Teilnehmer haben selbst einen Wald. Und: «Die meisten haben sich schon vorher mit ihrem Verhältnis zur Natur beschäftigt», ergänzt Wegmann. Es ist ihm ein Anliegen, die Kursteilnehmer darauf zu sensibilisieren, dass nicht alles immer schneller gehen muss. «Wenn man ein Ziel ohne technische Hilfsmittel erreicht, ist das Gefühl danach auch besser», findet er.

Handholzerei als Weiterbildung

Marion Wegmann, die Frau des Forstwartes, war am Wochenende aus Neugier an der Arbeit ihres Mannes dabei. Nur wenige Teilnehmerinnen besuchen den Handholzerkurs. Dass sie als Frau im Nachteil war, glaubt Marion Wegmann allerdings nicht. «Es kommt auf die Technik und nicht auf Kraft an», bestätigt ihr Mann.
Teilnehmer Vincent Bateman kommt aus Irland, lebt in Rheinfelden und beendet gerade seine Ausbildung zum Forstwart. «Der Wald in der Schweiz ist super», findet er. Ihm gefalle, wie leise das Bäumefällen ohne Motorsäge ist.
Auch Max Brunner ist gelernter Forstwart. Trotzdem profitierte er von Wegmanns Wissen. «Das lernt man so schliesslich nicht mehr», meinte er. Brunner arbeitet bei Grün Stadt Zürich und organisiert Handholzerkurse für Oberstufenschüler. Auch für die sei der Tag im Wald jeweils unvergesslich.

Samstag, 15. Januar 2011

Auf der Forst live heulen die Motorsägen


Drei Tage lang können Besucher, vom 1. - 3. April 2011, u.a. moderne Forstmaschinen, Säge-/Spaltautomaten praxisgerecht auf dem Messegelände Offenburg live im Einsatz sehen. Zusätzlich erleben sie ein attraktives Rahmenprogramm, das im Eintrittspreis enthalten ist.
Auf der Forst live heulen die Motorsägen
(Foto: Forst live GmbH)
Veranstalter Harald Lambrü freut sich, den Gästen aus nah und fern, jung und alt, Fachleuten und Endverbrauchern, neben Country- und Oldiemusik, zusätzlich eine Internationale Kettensägen-Schnellschnitzmeisterschaft als Highlight präsentieren zu können. Sechs Künstler aus den USA und Europa zeigen viermal täglich ihr Können an der Kettensäge. Innerhalb von nur 20 und 30 min. entstehen im sogenannten Speedcarving wunderschöne Skulpturen vor den Augen des staunenden Publikums, die anschließend während einer Versteigerung erworben werden können. Bereits bei der Premiere der Forst live Nord Anfang September 2010 begeisterten in Hermannsburg, an der Pforte zur Lüneburger Heide, diese Künstler die Besucher und sorgten für ein unvergessenes Erlebnis.
Einer der Pioniere der Szene ist Michael Knüdel aus dem niedersächsischen Bispingen. Seit 2003 ist er Schnitzkünstler mit Leidenschaft. Das Besondere am Schnitzen mit der Kettensäge ist die Geschwindigkeit, sprich die kurze Zeit in der Skulpturen entstehen. „Auch sind die Zuschauer immer wieder begeistert wie fein und detailliert mit der doch eher als groben Werkzeug bekannten Kettensäge gearbeitet werden kann“, sagt Knüdel über sein Handwerk.
Was als Hobby begann, entwickelte sich schnell zum Nebenerwerb und ist seit zwei Jahren sein „Fulltimejob“. Mehrere Wochen im Jahr nimmt er an internationalen Schnitzmeisterschaften teil, gibt Kettensägenkurse für Anfänger und stellt Auftragsarbeiten her. „Von Eulen, Bären, Adlern bis hin zu einem gitarrespielenden Pinguin stelle ich alles her, was der Kunde wünscht“, erläutert der 41jährige.
Kettensägenschnitzen ist Handwerk, Kunst, Action und Sport. Erlernen könne es Jedermann/frau, betont er. Wichtig sei vor allem die richtige Ausrüstung. Zum technischen Equipment empfehlen die sechs Profis eine kleine Säge mit einem Schnitzschwert und eine zweite Säge in normaler Ausführung. Das A und O sei zudem eine passende Sicherheitsbekleidung mit Schnittschutzhose, Schuhe mit Schnittschutzeinlage, Handschuhe sowie Gesichts- und Gehörschutz.
Mit einem breitem Angebotsspektrum warten namhafte Hersteller und Händler von Motorsägen und Sicherheitsbekleidung auf der Forst live in Offenburg auf. Privatwaldbesitzer, Forstleute, Landwirte, Lohnunternehmer, Garten- und Landschaftsbauer, aber auch interessierte Hobbyisten und Eigenheimbauer, können sich auf dem 35.000 qm großen Areal und in der BadenArena über den neuesten Stand modernster Forstmaschinen- und Energietechnik sowie über Outdoorbekleidung informieren.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Forst live GmbH
Zur Bünd 21
29320 Hermannsburg
Deutschland
Telefon+49 (0)5052 8522
Fax+49 (0)5052 597
Diese Adresse bei GoogleMaps anzeigen lassen!

Mittwoch, 12. Januar 2011

Die Kunst, eine Motorsäge zu führen


In einem Wald bei Oetwil lernen Forstarbeiter, was es alles braucht, bevor man einen Baum fällen darf.
Forstarbeiter Markus Homberger und Instruktor Peter Indergand vergewissern sich, dass die Fallrichtung stimmt.
Forstarbeiter Markus Homberger und Instruktor Peter Indergand vergewissern sich, dass die Fallrichtung stimmt.
Bild: A. Faessler



    «Baum fällt», schallt es durch den Wald. Ein orkanartiges Rauschen, dann schlägt der Stamm auf, die Erde erbebt. Auf Wunsch von Waldbesitzern und Landwirtschaftsschülern führt der Schweizer Waldwirtschaftsverband ob Oetwil einen seiner einwöchigen Kurse durch, um die Forstarbeiter auf ihre gefährlichen Einsätze vorzubereiten.
    Um einen Baum sicher zu fällen, braucht es eine umfassende Vorbereitung. «Zuerst muss abgeklärt werden, wie der Baum im Gelände steht», sagt Revierförster Jakob Bodmer. Steht er in Schieflage? Oder ist die Krone einseitig ausgebildet? Bodmer weiss, wie entscheidend solche Dinge sind. «Vor ein paar Jahren ist ein junger Mann aus Grüningen bei Waldarbeiten tödlich verunglückt», erinnert er sich. Viele seien sich gar nicht bewusst, wie tückisch der Umgang mit der Säge sei.
    Nichts für Draufgänger
    Kursleiter Martin Hardegger hat eine Notfallplanung verteilt. «Mit den Koordinaten für den Rettungshelikopter», sagt er. Was sind diese Holzfäller für Typen? Draufgänger in kariertem Hemd und Bärenfellmütze? «Nein», wehrt Hardegger lachend ab, «wer diesen Kurs besucht, will etwas über Sicherheit lernen – über die Haudegen liest man andere Schlagzeilen.» So einfach es aussieht: Das Fällen von Bäumen geht nicht ruck zuck, sondern Schritt für Schritt – mithilfe einer Checkliste wie im Cockpit.
    Bevor mit den Arbeiten begonnen wird, müssen die Wege abgesperrt werden. Doch trotz eindeutiger Verbote ignorieren immer wieder Jogger, Reiter und Spaziergänger die gesperrten Strassen. So wollte sich kürzlich eine Läuferin auf keinen Fall von ihrer gewohnten Route abbringen lassen, obwohl ihr die Bäume fast auf den Kopf krachten.
    Die Motorsäge am Hals
    Instruktor Peter Indergand zeigt den Teilnehmern, wie die Griffe an der Säge perfekt sitzen, wie sie ihren Körper mit der richtigen Haltung schonen und wie die Fallkerbe am Stamm angebracht wird. Dass Unfälle auch Profis passieren, hat er schon am eigenen Leib erfahren. Vor Jahren ist seine Motorsäge einmal plötzlich zurückgeschnellt, und ihre Zähne haben sich tief in seinen Hals gefressen – nur knapp an der Halsschlagader vorbei. Noch heute zeugt eine Narbe von dem Unfall.
    «Daumen noch etwas nach links, gerade schneiden, Keil einsetzen» – die Anweisungen des Instruktors gelten Markus Homberger, einem jungen Holzunternehmer. Ist es nicht etwas bemühend, sich als gestandener Forstwart ständig korrigieren zu lassen? «Nein, ich bin froh, dass ich hier lerne, auch schwierige Bäume sicher zu fällen», antwortet er. «Ich merke, dass ich bisher doch einiges falsch gemacht habe.»
    «Jeder Baum ist ein Wesen»
    Gefällt werden Bäume, die alt oder krank sind oder eine Gefahr darstellen, weil sie völlig schief stehen und bei starkem Wind unkontrolliert zu Boden stürzen könnten. Die Forstarbeiter überlegen sich sehr genau, ob sie die Säge ansetzen wollen. «Jeder Baum ist ein Wesen mit einem eigenen Charakter», sagt Revierförster Jakob Bodmer. Und natürlich gebe es solche, die man beim Markieren ein paar Mal umkreise und sich dann entschliesse, sie doch noch ein Jahr stehen zu lassen.

    Tronçonneuse de compèt'

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    Holz aus Hall für Gräber in Japan


    Schwäbisch Hall.  Ein echtes Erlebnis für Forstwirt-Lehrlinge: Im Commenturwald bei Sittenhardt gab es alte ehrwürdige Weißtannen zu fällen. In Ostasien werden daraus besondere Grablatten hergestellt.
    Lukas Buck schnappt sich die größte der drei Motorsägen und startet sie mit einem Hebel. Die sieben PS starke Säge knattert. Der Forstwirt-Lehrling klappt das Visier seines orangefarbenen Helms herunter, setzt sich den Ohrschutz auf und geht auf die 150 Jahre alte Weißtanne zu.
    Es ist ein Spezialauftrag, an dem Lukas Buck im Commenturwald bei Sittenhardt mitarbeitet. 36 Tannen werden gefällt und mit dem Schiff nach Japan transportiert. Dort wird das graue Holz zu Grablatten verarbeitet. Die hölzernen Latten, die sich in dem asiatischen Land als Beigaben neben den Gräbern befinden, haben im Grunde die selbe Funktion wie der Grabstein, allerdings sind sie nicht von so langer Dauer wie Steingrabmäler.
    "Das Holz der Tannen ist widerstandsfähiger gegen Käfer oder Sturm als Fichtenholz", weiß Bernd Schramm. Der Revierleiter des Hospitalforstes, zu dem der Wald bei Sittenhardt gehört, liefert zum ersten Mal Bäume nach Japan. Durch einen Zwischenhändler wird der Verkauf abgewickelt. Warum müssen es Tannen aus Wielandsweiler sein? "Der Baum wächst im Schwarzwald und eben hier im Schwäbisch-Fränkischen Wald", so Schramm.
    Derweil beginnt Lukas Buck mit dem sogenannten Beisägen des Wurzelanlaufs - die letzten Minuten für den Baum sind angebrochen. Jetzt sieht er aus wie ein Braten, dessen Anschnitt bereits gegessen wurde. "Durch das Beisägen geht das Schwert leichter durch den Baum", erklärt Schramm.
    Dann folgt der wichtigste Teil der Arbeit: Lukas Buck sägt den Fallkerb heraus. Damit wird die Richtung festgelegt, in die der Baum fällt. Der Fallkerb sieht aus, als könnte man den überdimensionierten Schnitz einer Wassermelone hineinlegen.
    Lukas Buck wirkt sicher mit der Motorsäge in der Hand. "Bereits nach wenigen Tagen in der Ausbildung dürfen wir mit der Säge ran", sagt Lehrlings-Kollege Max Waldvogel. Aktuell werden zwölf junge Leute im Landkreis Hall zum Forstwirt ausgebildet - sechs im Haller Hospitalforst, sechs in Crailsheim. "Forstwirt ist ein gefährlicher Beruf, deshalb dauert die Ausbildung drei Jahre", sagt Bernd Schramm. Sicherheit vor Schnittverletzungen bieten eine Schnittschutzhose sowie Schuhe und Handschuhe mit Schutzeinlagen. Der Helm mit klappbarem Visier schützt die Augen vor Ästen. Waldarbeiter arbeiten nie alleine, sondern mindestens zu zweit. Die verschiedenen Gruppen wiederum müssen doppelt so weit voneinander entfernt arbeiten, als der zu fällende Baum lang ist.
    Der Forstwirt muss nicht nur sich selbst und seine Kollegen schützen, sondern auch unbeteiligte Menschen, die sich im Wald aufhalten. Bevor er einmal rund um den Baum sägt, ruft Lukas Buck deshalb: "Aaaaachtung!" Dann schlägt Max Waldvogel Keile aus Metall in den Schlitz im Baum, der sich auf der gegenüberliegenden Seite des Fallkerbs befindet. "Das gibt einen Hebeleffekt", sagt Schramm. "Aaaaachtung", ruft derweil Lukas Buck erneut. Ein paar Sekunden lang wackelt der Baum und kracht dann zu Boden.
    Bevor sich die vier Azubis daran machen, die Äste des Baumes abzusägen, halten sie - so scheint es - kurz inne. Forstwirtschaftsmeister Thomas Eberhart sagt: "Man muss Ehrfurcht vor der Natur haben."

    Umweltschützer kritisieren Gelddrucken als Verschwendung

    Die amerikanische Umweltorganisation, National Tree Watch (NTW), welche in den Wäldern von Oregon ihr Baumhaus als Hauptquartier hat, nennt die Praxis der Federal Reserve, Geld ohne Ende zu drucken, „eine tragische Verschwendung von natürlichen Ressourcen". In den letzten Jahren hat die Anzahl der Bäume die deswegen gefällt werden mussten drastisch zugenommen, um das Papier für die vielen Geldscheine zu liefern. Sie fordern alle Amerikaner die ein Umweltbewusstsein haben, den Wald schützen wollen und sich über den Planeten Sorgen machen auf, dem Chef der Fed, Ben Shalom Bernanke, eine Protestmail zu schicken, er soll aufhören so viel Geld zu drucken. Gleichzeitig machten sie aber auch einen konstruktiven Vorschlag.

    „Die Praxis der Vereinigten Staaten immer mehr Geldscheine zu produzieren, um die Wall Street Banken zu retten, hat einen erheblichen Schaden in den Wäldern angerichtet. Ganze Waldgebiete sind deshalb abgeholzt worden und jetzt kahl," sagte der Sprecher der NTW, Gregory Treehugger. „Es ist amoralisch, verwerflich und steht im totalen Widerspruch zu allen internationalen Umweltschutzabkommen. Wenn das so weiter geht, haben wir bald keine Wälder mehr."

    Die Fed hat bisher die Notwendigkeit des Gelddrucken, was sie mit dem Begriff QE2 beschreibt, als lebensnotwendig für die amerikanische Wirtschaft bezeichnet. Ohne der ständigen massiven Erhöhung der Geldmenge, würde das Finanzsystem zusammenbrechen und der Staat zahlungsunfähig werden, sagt die Fed.

    Treehugger sprach seine Verwunderung über diese umweltschädliche Vorgehensweise der Obama-Regierung aus und sagte: „Präsident Obama hat vor seiner Wahl den Amerikanern versprochen, er würde der ‚grüne' Präsident sein und speziell auf die Umwelt achten. Aber das einzig grüne in seiner bisherigen Politik sind die vielen grünen Dollarnoten die er drucken lies und bergeweise den Grossbanken geschenkt hat."

    Die Verschuldung der Vereinigten Staaten ist laut neuesten Angaben des US-Schatzamtes während der Amtszeit von Obama um fast 5 Billionen Dollar auf 15 Billionen gestiegen. Treehugger sagt dazu, „wenn man 1 Billion Dollar in 100 Dollarnoten 2 Meter hoch aufeinanderstapelt, dann benötigt man ein Feld so gross wie ein Fussballplatz. Obama und Bernanke haben aber fünf dieser Fussballplätze voller Papier bisher produziert, eine unglaubliche Menge an Bäumen die dafür sterben mussten. So kann es nicht weiter gehen."

    Treehugger empfiehlt deshalb eine umweltfreundlichere Methode, um die Geldmenge zu erhöhen. Er sagte: „Wieso muss die Fed überhaupt diese altmodische Methode des Geldruckens verwenden? Wir leben doch im Computerzeitalter und deshalb wäre es doch viel einfacher und umweltschonender, die benötige Geldmenge als Zahlen mit der Tastatur in den Bildschirm zu tippen. Die Bäume und wir Umweltschützer würden darüber dankbar sein."

    Ein Sprecher der Fed äusserte sich sehr positiv über diesen Vorschlag und meinte: „Das wir nicht selber darauf gekommen sind? Da muss erst ein Grüner kommen und uns so einen genialen Vorschlag machen. Und wir mühen uns ab und drucken Tag und Nacht die Dollarscheine, bis die Druckmaschinen heiss laufen, dazu noch ein Papierverbrauch ohne Ende."

    Fed Chef Bernanke hat ebenfalls sehr erfreulich reagiert und sagte dazu: „Endlich eine positive Nachricht in dieser düsteren Zeit der Krise und Depression. Die Idee ist nicht nur umweltfreundlich, sondern wir können jetzt mit einem Fingerstreich noch mehr Geld in Umlauf bringen. Tipp, tipp, tipp und schon haben wir wieder 1 Billion aus Luft gezaubert."

    Der Sprecher des Weissen Haus, Larry Longnose, verkündete bei einer Pressekonferenz, Präsident Obama erwägt die Organisation National Tree Watch als Ideengeber für diesen genialen Vorschlag mit der Ehrenmediale auszuzeichnen. „Der Präsident meint, von solchen Leuten bräuchten die Vereinigten Staaten mehr, die nicht nur kritisieren und schimpfen, sondern konstruktive Vorschläge machen, welche die Umwelt schonen, aber noch wichtiger, den Untergang der Nation etwas hinauszögert."

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    Montag, 10. Januar 2011

    Die Motorsäge im Nebel


    Wer ein rotes Kreuz trägt, der muss im Arboretum weichen


    Während die Natur ruht, tut sich was im Arboretum. Der Winter ist für den Förster und seine Mitarbeiter die arbeitsreichste Zeit.
    Von Michelle Spillner
    Schwalbach/Sulzbach. Der Laie bekommt angesichts gefällter Bäume und frei geräumter Flächen erst einmal große Augen. Was stellenweise zunächst fast wie ein Kahlschlag wirken mag, sorgt dafür, dass wertvolle Bäume und Sträucher im Frühjahr in voller Größe erblühen können. Dafür ist es auch notwendig, dass die Forstarbeiter mit großer Behutsamkeit und eben nicht wie die sprichwörtliche «Axt im Walde» vorgehen. Wenn da ein Baum beim Fällen auf andere Gewächse drauf fällt, dann kann man leicht ein paar tausend Euro zerstören – ganz abgesehen vom ideellen Wert der bis zu 30 Jahre alten Pflanzen.

    Fester Boden

    Die Forstarbeiter nutzen ganz bewusst die kalte Jahreszeit, um Ordnung im Grün zu schaffen. Zum einen ruhen die Bäume. Zum anderen ist der Boden noch fest genug gefroren, so dass die Maschinen keine all zu tiefen Spuren im Gelände hinterlassen. Für die Arbeiter heißt das, sich in dickem Nebel über Schneeplacken hinweg zu arbeiten und mit kalten Fingern die Motorsäge zu führen.
    Schon Anfang dieser Woche, wenn es wärmer wird, wird es schwierig weiterzumachen. So lange es geht, wird der Bestand bereinigt. Was nicht in die verschiedenen Waldgesellschaften gehört, muss verschwinden, damit keine Konkurrenzen zwischen den Pflanzen entstehen. Brombeersträucher haben im westlichen und östlichen Nordamerika in Asien Kleinaisen und Kaukasus nichts verloren. «Es gibt einheimische Gehölze, die wachsen auch so, da müssen Sie gar nichts machen. Und sie wachsen in Baumgesellschaften hinein, in die sie gar nicht hingehören», erklärt Förster Martin Westenberger. Die heimischen Gewächse sind in ihren Breitengraden deutlich im Vorteil und können die fremdartigen Bäume zurückdrängen. So muss eine Birke zwischen ausländischen Bäumen weichen, weil sie denen den Platz und das Wasser zum eigenen Gedeihen nimmt.

    600 Arten

    Die Förster haben Bäume, die entfernt werden müssen, mit roter Farbe markiert. Was nach der Fällung ein wenig wild aussieht, wird im Frühjahr verwachsen sein. Dann fällt der Blick wieder ungestört auf die ungewöhnlichen Arten, die es auf den 76 Hektar des Arboretums zu sehen gibt: 600 Baum- und Straucharten, die Dendrologen aus aller Welt nach Eschborn locken – unabhängig davon, dass die Spaziergängern, Jogger und Erholungssuchenden ein wunderbares Stück Natur bieten. Für manche Fällung werden im Frühjahr Ersatzpflanzungen durchgeführt, immer schön sortiert nach den für die jeweils dargestellte Region charakteristischen Arten.

    Baum-Inventur

    Mit ihren Arbeiten setzten die sieben Mitarbeiter nun zum Teil auch schon Arbeitsaufträge um, die sich aus der Inventarisierung des Arboretums ergeben haben. Mitarbeiter des Forstbotanischen Instituts Göttingen zählen bis zum Frühjahr alle Bäume und Gewächse, sichten sie und versehen sie mit kleinen Nummernschildchen und katalogisieren sie. Bei der Inventarisierung haben sich jetzt schon Überraschungen ergeben. So wurde im Arboretum zum Beispiel mit der Schirmtanne ein Baum wieder gefunden, der auf dem riesigen Gelände längst als verloren geglaubt war – ein Erfolg.

    Sonntag, 9. Januar 2011

    Kettensägen-Seminar für Frauen


    Kettensägen-Seminar

      Sabine Tatschl liebt die Natur. Gemeinsam mit ihrem Mann verbringt sie jede freie Minute dort.
    Baum wird mit einer Kettensäge zersägt; Rechte: WDR







    Die große Leidenschaft des gebürtigen Österreichers Jürgen Tatschls sind Holzskulpturen. Dafür hat er sich jetzt schon sieben Kettensägen zugelegt. Jetzt will seine Frau auch mal ran. Sie will endlich ihren Kettensägenführerschein machen.

    Freitag, 7. Januar 2011

    Schneebruch behindert Holzabfuhr






    Der überwiegende Teil der Schneebruchschäden muss per Motorsäge und Hand aufgearbeitet werden. Manfred Drössler
    GADOW - Engpässe beim Nachschub vermelden gegenwärtig holzverarbeitende Betriebe: "Das Holz ist da, liegt zum Abholen bereit, doch die Lkw kommen nicht an die Holzstöße heran", beschreibt Holger Galonska, Leiter der Oberförsterei Gadow, die aktuelle Situation nach dem Schneebruch. Die extreme Wetterlage am 23./24. Dezember hatte mit Nassschnee und gefrierendem Regen zu gravierenden Schäden in Kiefernbeständen geführt - Äste und Kronen brachen ab, Bäume knickten wie Streichhölzer um. "Douglasien- und Fichtenbestände sind weniger betroffen", ergänzt der Forstrat. "Im Moment können wir den Umfang nicht genau beziffern, da noch viele Wege dicht sind und wir nicht alle Schäden erfassen können. Galonska rechnet in den geschädigten Kiefernbeständen mit zehn bis 20 Festmetern Schneebruch pro Hektar. 

    "Das Problem ist, dass es sich vorwiegend um Einzelbrüche handelt, so dass der Einsatz von Harvester-Technik nicht effektiv ist und daher vor allem aufwändige Handarbeit mit der Motorsäge in Frage kommt". Galonska appellierte an betroffene Waldbesitzer, den Schneebruch bis zum Frühjahr aufzuarbeiten, um einem Befall durch Borkenkäfer, Waldgärtner oder Prachtkäfer vorzubeugen, der auf gesunde Bestände übergreifen könnte. Abgebrochene Äste und kleine Spitzen machen den Bäumen nichts. Wo aber die halbe Krone weg sei, werden die Bäume zur Brutstätte von Schädlingen. "Mit vielen Waldbesitzern haben wir Bewirtschaftungsverträge und übernehmen damit diese Arbeit." Auch sollten Waldbesitzer die Möglichkeit nutzen, der Bevölkerung die Eigenwerbung von Holz anzubieten.

    Einen Vorteil brachte der Schneebruch mit den heruntergefallenen Ästen und Baumkronen zumindest für das Rot- und Damwild: Es findet in der gegenwärtigen Notzeit genug Nahrung. "Wir sind derzeit dabei, vorrangig die öffentlichen Wege frei zu räumen und haben unsere Kräfte über alle Reviere verteilt", so der Forstrat.

    Wieder eingesetzt werden können die Forstarbeiter, die über Förderprojekte mehrere Jahre an den Wasser- und Bodenverband (WBV) Prignitz "ausgeborgt" waren. Zwar hätte der WBV auch viel Arbeit, doch sei die Förderung auf Eis gelegt. Durch den Schneebruch habe man zwar jetzt auch genug zu tun, doch wenn der aufgearbeitet sei, werde es eng. "Wir haben wenig Landeswald, so dass eine Weiterbeschäftigung bei uns kaum möglich ist", meint Galonska mit Blick auf die Forstreform, die theoretisch bis zum 1. April, praktisch aber wohl eher zum 1. Juli umgesetzt wird. Laut Gesetzentwurf soll der überwiegende Teil der zwingend erforderlichen Stelleneinsparung durch altersbedingtes Ausscheiden und Altersteilzeit erbracht werden. "Darüber hinaus wird es unvermeidbar sein, gezielte Lenkungsmaßnahmen zur Vermittlung von Forstpersonal und Waldarbeitern in andere Teile der Landesverwaltung und auch außerhalb dieser einzuleiten", heißt es in dem Papier. Die Reform hat auch zur Folge, dass es künftig in der Prignitz nur noch zwei Oberförstereien - Pritzwalk und Gadow - statt drei geben wird. Der Zuständigkeitsbereich der OF Gadow mit ihren sieben Revierförstereien wird sich dann von 17 000 auf 23 000 Hektar erhöhen, das heißt, jeder Revierförster bekommt fast 1000 Hektar dazu.